Epimelea

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Warum finde ich nur dann etwas, wenn ich nicht danach suche?

Manchmal durchsucht man monatelang Anzeigen, und die Wohnung wird über eine Bemerkung in der Kaffeeküche gefunden. Ein Geschenk taucht auf dem Heimweg in einem Schaufenster auf, an dem man hundertmal vorbeigegangen ist. Das Suchen selbst verdeckt den Blick.

Ohne Absicht

Goethe hat dieses Gefühl 1813 in ein kurzes Gedicht gefasst. Es beginnt mit einem Spaziergang ohne Ziel:

«Ich ging im Walde / So für mich hin, / Und nichts zu suchen / Das war mein Sinn.»

— Johann Wolfgang von Goethe, «Gefunden», Ausgabe letzter Hand, Bd. 1, 1827

Im Schatten steht ein Blümchen, leuchtend wie ein Stern, das er erst sieht, als er nichts sucht.

Was das Suchen verdeckt

Wer sucht, hat ein Bild im Kopf. Alles, was ihm begegnet, misst er an diesem Bild, und was nicht passt, fällt durch. Ohne Suche fehlt das Raster. Die Dinge zeigen sich, wie sie sind.

So gesehen ist «nicht suchen» kein Trick, um das Finden zu erzwingen. Eher ein Zustand, in dem man wieder sieht.

Brechen oder ausgraben

Goethe hört hier nicht auf. Er will die Blume brechen, und sie fragt: «Soll ich zum Welken / Gebrochen seyn?» Da gräbt er sie mit allen Würzlein aus, trägt sie in seinen Garten und pflanzt sie wieder ein. Dort blüht sie weiter.

Mit dem Finden ist es also nicht getan. Es bleibt die Frage, wie ich das Gefundene nehme: als Beute oder so, dass es weiterleben kann.

Was habe ich gefunden, als ich nicht gesucht habe, und wie bin ich damit umgegangen?


Epimelea baut auf der existenziellen Schule auf. Das Gespräch geht von einer Begegnung zur nächsten weiter. Das Archiv wird auf dem Gerät verschlüsselt und gehört dem, der es geschrieben hat.

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Die ersten zwei Begegnungen sind kostenlos.

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